CachyOS hat Windows 11 endgültig ersetzt

Performance-Rausch statt Bloatware: Warum CachyOS mein Windows 11 endgültig ersetzt hat

Wir alle kennen diesen Moment. Man starrt auf den Desktop von Windows 11, während im Hintergrund ungefragt Updates geladen werden, die Telemetrie-Dienste die Festplatte stressen und man sich fragt: „Gehört dieser PC eigentlich noch mir oder bin ich nur noch Gast in Microsofts Werbe-Imperium?“

Nach Jahren mit Windows, dem Kampf gegen Bloatware und den immer strenger werdenden Sicherheitsaspekten (die sich oft eher nach Überwachung anfühlen), hatte ich genug. Ich wollte ein System, das meine Hardware respektiert, das schnell ist und das vor allem eines tut: Funktionieren, wenn ich es brauche.

Ich habe sie alle durch: Linux Mint, Ubuntu, diverse Debian-Derivate. Sie sind solide, keine Frage. Aber der Funke sprang nie über. Bis ich Anfang 2025 auf CachyOS stieß. Seitdem ist nichts mehr, wie es war.

Der Hype ist real: Was ist CachyOS überhaupt?

CachyOS ist im Grunde ein vorkonfiguriertes Arch Linux. Aber halt, bevor jetzt die ersten „Arch ist zu schwer!“-Rufe kommen: CachyOS bringt einen grafischen Installer mit, der die gesamte Hürde der berüchtigten Arch-Installation pulverisiert. Es wird gerade extrem gehypt, und nach meinen Tests kann ich nur sagen: Zu Recht!

Der Clou liegt unter der Haube. Während Standard-Distributionen oft auf maximale Kompatibilität für uralte Toaster setzen, ist CachyOS auf Geschwindigkeit getrimmt.

Der BORE-Scheduler: Das Herz der Reaktivität

Eines der technischen Highlights ist der angepasste Linux-Kernel mit dem BORE-Scheduler (Burst-Oriented Response Enhancer). In der Praxis bedeutet das: Das System verteilt die Rechenzeit deiner CPU intelligenter. Nichts nervt mehr als kleine Ruckler, wenn man im Hintergrund einen Download laufen hat oder ein Video rendert. Mit BORE fühlt sich jede Eingabe sofort an. Die Maus klebt am Cursor, Fenster öffnen sich ohne Verzögerung – es ist dieses „snappy“ Gefühl, das man bei Windows oft vermisst.

Zusätzlich bietet CachyOS eigene Paketquellen (Repos) an, die für spezifische CPU-Architekturen optimiert sind (x86-64-v3 und v4). Wer moderne Hardware hat, bekommt hier Software, die genau auf die Befehlssätze der CPU zugeschnitten ist. Das ist wie ein Maßanzug für deinen Prozessor.


Der Fuhrpark: Von Oldtimer bis High-End

Ich wollte wissen, ob CachyOS nur auf dem Papier glänzt oder auch im Alltag auf unterschiedlicher Hardware besteht. Also habe ich mein gesamtes Setup umgestellt. Seit Anfang des Jahres läuft CachyOS auf:

  1. Der Hauptrechner: Ein Kraftpaket mit einem i7 11700F, satten 64 GB RAM und einer brandneuen RTX 5060. Als Systemplatte dient eine Samsung 990 Pro, dazu eine SanDisk 250 NVMe und eine 2,5 Gbit Netzwerkkarte.
  2. Der Mini-PC: Ein treuer i7 3770 mit 16 GB DDR3 (2133 MHz) und ebenfalls einer 2,5 Gbit Karte. Hier kommt bald noch eine RX 580 rein, um ihn zur kleinen Gaming-Box zu machen.
  3. Das Arbeitstier: Ein i5 Laptop für die mobilen Einsätze.

Das Ergebnis? Absolute Stabilität auf allen Geräten. Selbst die 2,5 Gbit Netzwerkkarten, die unter manchen Distros zickig sein können, wurden sofort erkannt. Sogar mein alter Laser-Drucker (HP 1430) wurde auf Anhieb eingebunden – unter Windows oft ein Treiber-Albtraum.


Gaming unter Linux: Besser als das Original?

Kommen wir zum wichtigsten Punkt für mich: Das Gaming. Ich war skeptisch. Läuft G-Sync? Was ist mit Roblox? Wie schlägt sich Steam?

Ich traue es mich kaum zu sagen, aber: Steam-Spiele laufen teilweise flüssiger und sehen schöner aus als unter Windows 11. Dank der Optimierungen von CachyOS und den neuesten Proton-Layern ist die Performance beeindruckend. Mein G-Sync Monitor wurde sofort erkannt und synchronisiert die Frames butterweich.

Das Roblox-Experiment

Roblox ist ja oft ein Sorgenkind unter Linux. Aber nach ein paar gezielten Einstellungen im System läuft es einwandfrei. Wir haben mittlerweile regelmäßige „Netzwerk-Seasons“ mit drei Rechnern gleichzeitig im Haus – absolut kein Problem.

Und für die Nostalgiker oder Couch-Gamer unter uns: Mein Xbox 360 Wireless Dongle wurde sofort erkannt. Ich konnte ohne manuelle Treiber-Installation vier Controller anschließen und mit Freunden lokal zocken. Das ist Plug-and-Play, wie es sein sollte.


Produktivität ohne Kompromisse

Wenn ich nicht gerade zocke, muss der Rechner arbeiten. LibreOffice, GIMP und OBS Studio gehören zu meinem Standard-Repertoire.

  • OBS Studio profitiert massiv vom BORE-Scheduler. Die Aufnahme-Last scheint das System weniger zu beeindrucken als unter Windows.
  • GIMP startet in einer Geschwindigkeit, die ich so bisher nicht kannte.

Das Schöne ist: CachyOS müllt mir die Platte nicht voll. Nach der Installation hat man ein sauberes, schlankes System. Keine vorinstallierten Candy-Crush-Klone, keine News-Widgets, die man nicht abschalten kann. Nur das, was man wirklich braucht.


Die Wahrheit: Ist CachyOS für jeden?

Hier muss ich ehrlich sein, auch wenn ich begeistert bin. CachyOS ist (noch) nichts für absolute Linux-Anfänger. Ja, die Installation ist dank des grafischen Installers kinderleicht. Aber wer von Windows kommt, wird über kurz oder lang auf Dinge stoßen, die in der Arch-Welt anders laufen. Man muss bereit sein, sich ab und zu in das (exzellente) Arch-Wiki einzulesen. CachyOS nimmt dir viel ab, aber es bleibt ein mächtiges Werkzeug, das verstanden werden will.

Wer ein System sucht, bei dem man absolut gar nichts über das Betriebssystem wissen muss, sollte vielleicht eher bei Linux Mint, Pop!_OS oder MX Linux bleiben. Das sind die „Sicherer Hafen“-Distros für maximale Stabilität ohne Lernkurve.

Aber: Wer weiß, was er tut, oder wer bereit ist, ein bisschen Zeit in die perfekte Konfiguration zu investieren, wird mit einer Performance belohnt, die Windows 11 weit hinter sich lässt.


Mein Fazit nach zwei Monaten

CachyOS hat mich überzeugt, weil es nicht nur „noch ein Linux“ ist. Es ist ein Projekt mit Vision. Es nutzt moderne Hardware-Features konsequent aus, statt sie durch alte Standards auszubremsen.

Die Sicherheit, keine Telemetrie-Daten nach Redmond zu schicken, kombiniert mit der rohen Geschwindigkeit beim Gaming, macht es für mich zur aktuell besten Wahl für Power-User. Wenn man einmal alles nach seinen Wünschen eingerichtet hat, steht dem reibungslosen (und verdammt schnellen) Betrieb nichts im Weg.

CachyOS ist der Beweis: Linux auf dem Desktop ist nicht nur eine Alternative – es ist mittlerweile das bessere Upgrade.


Hast du auch Hardware im Keller stehen, die unter Windows 11 schnauft? Vielleicht ist CachyOS genau der Jungbrunnen, den dein PC braucht. Probiere es aus, aber behalte das Arch-Wiki als Lesezeichen bereit!